Hilfestellung
nach der Diagnostik

Ein auffälliger Befund löst nicht selten eine existenzielle Krise aus

Weitreichende Entscheidungen stehen an. Diese können von einer Behandlung des Kindes im Mutterleib oder nach der Geburt, über Adoption, bis hin zum Schwangerschaftsabbruch reichen.

Für ihre Entscheidung finden Sie im Netzwerk folgende AnsprechpartnerInnen:

Schwangerenberatungsstellen nach der Diagnostik

Wenn Sie nach den Untersuchungen einen auffälligen Befund erhalten oder das Untersuchungsergebnis Sie beunruhigt, müssen Sie in einer emotional sehr belastenden Situation weitere Entscheidungen treffen.

 

Wir nehmen uns Zeit

  • Mit Ihnen Ihre widerstreitenden Gefühle zu klären und zu verstehen
  • Mit Ihnen mögliche Entscheidungswege zu besprechen
    und den Entscheidungsdruck zu mindern

Wir geben Ihnen Zeit und Raum für Trauer und Abschied

  • Die Schwangerenberatungsstellen beraten und begleiten Sie während der Schwangerschaft, nach Geburt des Kindes, nach einem Schwangerschaftsabbruch und nach Früh- und Totgeburt

Wir vermitteln und informieren Sie

  • Über bestehende Hilfe- und Entlastungsangebote, Kontakte zu anderen Eltern, finanzielle, rechtliche, soziale und psychosoziale Hilfen

Wir unterstützen Sie dabei

  • Perspektiven zu entwickeln, Ihre gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse auszuloten

Wir beraten und begleiten Sie

  • Beim Verständnis der Diagnose und was diese für Sie und Ihr Kind bedeutet
  • Wir unterstützen Sie bei Ihrer weiteren Lebensplanung und helfen Ihnen, das Erlebte in Ihr eigenes Leben zu integrieren

Hebammen nach der Diagnostik

Wir begleiten Ihre Entscheidungsfindung und betreuen Sie in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt Ihres Kindes - unabhängig davon, ob es gesund, krank, nicht lebensfähig oder bereits verstorben ist.

Wir bieten die üblichen Betreuungsangebote von der Vorsorgeuntersuchung bis hin zur Stillberatung an. Geburtsvorbereitung kann in besonderen Situationen mittels ärztlichen Rezepts auch als Einzeltermin vereinbart werden. Wir unterstützen Sie während der Wehenphase und überwachen den Geburtsverlauf. Wir stehen Ihnen hilfreich zur Seite, tragen Ungewissheiten mit Ihnen und nehmen Ihre Ängste ernst. Im Gespräch klären wir spezielle Fragen und Bedürfnisse.

Erwarten Sie ein krankes Kind, helfen wir Ihnen, sich auf die erwarteten Besonderheiten Ihres Kindes einzustellen und es willkommen zu heißen. Wir unterstützen Sie auch zuhause, wenn Ihr Kind aus der Kinderklinik entlassen wird.

Sollten Sie ein verstorbenes oder sterbendes Kind erwarten, ermutigen wir Sie, es nach der Geburt zu sehen, es zu berühren und bei sich zu haben. Wir begleiten den Sterbeprozess Ihres Kindes mit. Dabei beachten wir zu jeder Zeit Ihre Entscheidungen. Auf Wunsch geben wir Ihnen bleibende Erinnerungen in Form von Hand- und Fußabdrücken und Fotos mit. Ist eine Segnung oder Taufe gewünscht, ziehen wir die Seelsorgerin hinzu.

Auch nach einer stillen Geburt, einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch befinden Sie sich im Wochenbett und haben Anspruch auf häusliche Besuche der Hebamme. In speziellen Rückbildungskursen für Frauen, die Ihr Kind verloren haben, ist Raum für die vielen verwirrenden Empfindungen im Körper und für die Gefühle und Gedanken, die nur Frauen in ähnlicher Situation auf diese Weise erfahren.

Klinikum nach der Diagnostik

 

Sollte sich während einer Untersuchung tatsächlich eine Fehlbildung zeigen, werden wir Sie eingehend über die Diagnose und die Prognose aufgeklären. Häufig sind mehrere Beratungsgespräche notwendig bis sich die Eltern ein Bild von der Situation machen können.

Wichtig sind natürlich dabei die Fragen nach der Versorgung des Kindes nach Geburt, die Kurz- und Langszeitprognose aber auch wie Ihr Leben durch ein Kind mit Fehlbildung beeinflusst wird. In manchen Fällen entscheiden sich Paare nach eingehender Aufklärung für einen Schwangerschaftsabbruch. Dieser kann unter bestimmten Voraussetzungen und nach eingehender Prüfung auch in späteren Schwangerschaftswochen im Johannes Welsing Klinikum erfolgen. Diesbezüglich ist eine eingehende medizinische Beratung vor und nach einem Schwangerschaftsabbruch durch den Pränataldiagnostiker oder der Pränataldiagnostikerin von besonderer Bedeutung.

Sollten Sie sich für ein Austragen der Schwangerschaft entscheiden, werden wir Sie auch in dieser Zeit begeleiten und detailliert über die Behandlungsansätze aufklären.

 

Frauenärzte und Frauenärztinnen nach der Diagnostik

Wir nehmen uns Zeit, die Befunde der Pränataldiagnostik ausführlich mit Ihnen zu besprechen. Bei Bedarf helfen wir Ihnen mit der Entscheidungsfindung, tragen Ihre Entscheidungen mit und begleiten Sie danach.

Sollte bei der vorgeburtlichen Diagnostik eine Erkrankung Ihres Kindes festgestellt werden, stehen wir Ihnen hilfreich zur Seite. Wir versuchen gemeinsam mit Ihnen und den Mitgliedern des Netzwerkes Wege zu finden, was wir für Sie und Ihr ungeborenes Kind tun können.

Wir betreuen Sie und Ihre weitere Schwangerschaft in enger Kooperation mit den PräntalmedizinerInnen, auch bei glücklosem Verlauf von Schwangerschaft oder Geburt und in der Zeit danach.

Klinikseelsorge nach der Diagnostik

Wenn Sie ein Kind erwarten, das vor seiner Geburt oder kurz danach sterben wird, nimmt sich die Klinikseelsorgerin gerne Zeit, um Sie in Ihrer belastenden Situation zu begleiten. Unabhängig von Ihrer Religionszugehörigkeit und Lebenssituation bietet sie Ihnen Gespräche an.

Zum Thema kann alles werden, was Sie bewegt. Sie entscheiden selbst, was Sie zum Ausdruck bringen möchten und was nicht. Die Klinikseelsorgerin hilft Ihnen, mit verschiedenen Gefühlen der Trauer umzugehen und nach Möglichkeit tröstliche Aspekte zu entdecken. Wenn Sie es wünschen, gestaltet sie ein Segensritual für Ihr verstorbenes Kind und begleitet Sie beim Abschiednehmen.

Sie informiert Sie über die unterschiedlichen Bestattungsarten (Einzel-, Sammelbestattung) und steht Ihnen in den vielfältigen Fragen zur Seite, die damit verbunden sind. Bei Bedarf stellt sie Kontakt zu Ihrer Ortsgemeinde her oder zu Ansprechpersonen Ihrer
Religionsgemeinschaft, sofern es ihr möglich ist.